Mediaval-Solidaritäts-Festivals








Interview: Blackbeers

Mit Unterzeichnung der Pariser Seerechtsdeklaration vom 16. April 1856 begann die allmähliche internationale Ächtung der Kaperei und das Leben der geächteten Piraten wurde immer schwieriger. Trotzdem gibt es auch heute noch eine große Anzahl davon, die einen kapern Tanker, die anderen stehen auf den Bühnen dieser Welt und versuchen die Ohren des Publikums zu erbeuten. Interessanterweise ist keine der Piratenbands mit der anderen vergleichbar und seit vielen Jahren sind die verlausten Gesellen*innen gerngesehene Gäste beim Festival-Mediaval. Egal wie sie heißen. Auch das Benefizprogramm glänzt mit einer Band dieses Genres und wir wollten natürlich auch vom Admiral und den anderen Blackbeers so einiges wissen. Aber lest selbst.

Hallo Ulf, die wichtigste Frage gleich mal als erstes, nachdem ihr ja im letzten Jahr auf Musikersuche ward. Was gibt es denn Neues von der Besetzungsfront. Seid ihr inzwischen wieder vollzählig. Bring uns doch mal auf den neuesten Stand auch was es sonst bei den Blackbeers alles Spannendes zu berichten gibt.
Hallo Bernd,
Labe deine Augen an diesem Prachtburschen. Ein neuer Flo, jetzt noch haariger. Nach langer Suche fanden wir in einem alten Bekannten einen neuen Kameraden. Grimbold von Grex Confusus wurde shanghaied und in unsre Dienste aufgenommen. Jetzt siecht er bei uns an Deck als Grimbeard MCFiddlefucker und bedient sich der Nyckleharpa.
Weitere musikalische Überraschungen warten jedoch dieses Jahr auch noch auf euch, von denen wir jetzt aber noch nichts preisgeben.

Ihr gehört ja zu den Piratenbands. Da gibt es ja einige angefangen von den Pyrates, über Mr. Hurley und den Pulveraffen, den Schweden von Ye Banished Privateers über Vroudenspil bis zu Euch. Das Interessante daran ist, dass jede einen eigenen Stil hat, was das ganze Musikgenre so spannend macht. Was macht denn The Blackbeers aus Deiner und Euerer Sicht aus.
Wir sind Haariger!
Und Härter!
Und Besser!
Und Schneller!
Und Anmaßender!
UND.....

Mr.Hurley stammt ja aus dem Karibischen Osnabrück, ihr aus dem nicht weniger sturmerprobten Selb, dessen Sandstrand ja schon vor ganz langer Zeit weggespült wurde. Wie kommt man denn, auch im Hinblick darauf, dass der Selber Hafen ja mehr als überschaubar ist, darauf, ausgerechnet Piratenmugge zu machen.
Ist dieses Interview nur eine große Werbung für Mister Hurley?!
Natürlich, weil unsere Hip Hop Karriere schlecht gelaufen ist.
Und warum schreibst du überhaupt Interviews?

Das frag ich mich auch immer wieder, aber nützt ja nichts, ich muss meine Fragen gar loswerden.
Ihr heißt ja Blackbeers, Johann Wolfgang von Goethe hat ja bereits im 18 Jahrhundert seine Liebe zu dieser Bierart in einem Trinklied vertont. Im Englischen gibt es den Begriff ja eher nicht, da heißt die schwarze Brühe ja Ale, Porter oder Stout. Wer kam denn auf den Namen und warum zum Henker, sieht man Euch dann auf der Bühne eher immer etwas anderes trinken.
Natürlich haben wir uns nach dem altehrwürdigen Piraten Meryweather Blackbeer Cockwood van Soggyball benannt. Hätte es einen Piraten namens Sir Kulmbacher von Edelherb gegeben, so hätte es auch das werden können.
Und das mit dem Hellen auf der Bühne.... Da bist du einer großen Sache auf der Spur. Wir sind nämlich alle Farbenblind und werden uns nun für das uns angetane rächen.

Kommen mir einmal zum Auftritt im Mai. Was erwartet die Besucher denn da. Gerade um die, die Euch noch nie gesehen haben schon mal vorzuwarnen.
Haare, zu helles Bier und keine Osnabrücker Karibik.
Dafür aber einen heftige Piratensause nach der wahrscheinlich niemand mehr eine Stimme im Hals haben wird.
Weil wir sie gestohlen haben. Wie die Krakendame Ursula von Ariele.

Ihr seid ja als relativ trinkfest bekannt und auch den leiblichen Genüssen scheint ihr ja durchaus zugetan. Was für Laster haben die Blackbeers denn noch und da mein ich jetzt nicht das vierrädrige Gefährt mit dem ihr Euer Bandequipment bewegt.
Alter hast du Captain Wanker grad fett genannt?

Wie kommt Ihr denn da drauf, würde ich mir nie erlauben. Leicht untersetzt vielleicht, oder ausgeprägt geformt oder gut mit Muskelfleisch unterlegt. Was ist denn mit Captain Wanker?
Dieser fälscht zum Beispiel leidenschaftlich gerne Fabergè Eier.
Auch andere Dinge mit Eiern mögen wir sehr gerne.
Aber dann wird es hier ein bisschen weniger Jugendfrei.

Lepra, Pest, Pocken kennt man als Piraten ja alles, nun kam in den letzten 2 Jahren ja auch noch Corona dazu. Wie habt ihr denn die letzten 2 Seuchenjahre überhaupt überlebt, weder Beutezüge noch ein normales Bandleben waren ja möglich.
Corona?! Mit hellem Bier wollen wir nichts zu tun haben, wie oft soll ich es noch sagen.
Fattigauer Rittertrunk zum Beispiel wäre super. Das liebt unser Admiral.
Guinness ist das Mittel der Wahl unseres Captains.
Jean Jaques- hängt gerne seinen Hodensaque in Kloster Sheyern Dunkel.
Bei unserem Buttercock Crumblesac reicht Oettinger Malzbier für gewöhnlich.
Und unser Grimbeard liebt Held Dunkel mehr als dein Erstgeborenes.

Ihr seid beim Festival-Mediaval inzwischen ja schon gute alte Bekannte. Auch wenn ihr (wie von der New York Times bescheinigt) dadurch schon am schönsten Open-Air-Festival Deutschlands gespielt habt, wo würdet ihr in Zukunft unheimlich gerne einmal auftreten und was habt ihr in Zukunft noch vor?
In Osnabrück soll es recht karibisch und schön sein habe ich gehört....
Aber im Fort in Nassau oder einem Schiff in der Dominikanischen Republik, das wäre der Wahnsinn.
Im Chiemgau, das Woodstock der Blasmusik, am Feuerwehrfest in Lorenzreuth das wärs, oder bei folgenden Koordinaten 50.90595766327225, 0.045821837479150494

Bei Live Auftritten ist ja nicht nur die Musik wichtig, auch der visuelle Aspekt sollte nicht zu kurz kommen. Da kann man Euch durchaus loben, aber da geht natürlich ohne Frage noch weit mehr. Wenn ich da nur an eine heiße Piratin denke die das Bühnenbild durchaus bereichern würde neben den ganzen verlausten männlichen Piraten. War das je schon Thema?
Nein, Fleischbeschau und Zirkus gibt es bei Feuerschwanz.

Und schon sind wir bei Frage 10 angekommen. Was gibt es denn noch Wichtiges, was ihr loswerden wollt und ich vergessen habe zu fragen, wie zum Beispiel was die CD-Produktion so macht?
Nach unserer letzten Inspirationsreise ins Karibische Osnabrück haben wir beschlossen in unregelmäßigen Abständen immer wieder auf Spotify und Konsorten Songs zu releasen. Auf jedem Fest werden wir versuchen neues zu präsentieren und so Gott und König es erlauben, werden wir euch dann irgendwann mit einer Platte beglücken können. Ansonsten arbeiten wir, wie immer, hart an der Show und freuen uns wahnsinnig darauf, euch alle endlich mal wieder Live in die Mangel zu nehmen.

Interview: Bernd Sonntag, RCN Magazin und Konzertreport.de