Mediaval-Solidaritäts-Festivals








Interview: Minotaurus

Wie ihr es ja vom Benefiz am Berg bereits gewöhnt seid, wollen wir Euch natürlich auch die eine oder andere Band zum Solidaritätsfestival etwas näher vorstellen. Der 14.05.2022 ist der Rock-Tag und da haben wir gleich die Gelegenheit genutzt um den Aschaffenburgern von Minotaurus mit 10 Fragen etwas auf den Zahn zu fühlen. Unser Dank gilt Bandgründer und Sänger Oliver Klump, der bestimmt nicht nur mich ziemlich neugierig auf Minotaurus gemacht hat.
Und wer in der Nähe von Aschaffenburg wohnt und Bratsche oder Geige beherrscht, der sollte ganz besonders aufmerksam das Interview lesen.

Lieber Oliver, der Bandname Minotaurus kommt ja aus der griechischen Mythologie. Ein Wesen mit Stierkopf und menschlichem Körper. Wieso habt ihr gerade diesen Namen gewählt?
Ja der Minotaurus ist ein Sinnbild der Mythologie, Fantasie und fantastische Geschichten. Da wir am Anfang nicht wussten in welche Richtung es gehen soll brauchten wir eine kraftvolle Figur, die das transportieren kann was wir in Musik umsetzen wollten. Das es später in die keltisch mittelalterliche Richtung geht war noch nicht abzusehen. Und dennoch passt diese Figur auch heute noch da wir uns in keiner Weise festlegen wollen was wir schreiben und worüber. Das geht mittlerweile von der Antike bis in reine Fantasiegeschichten und auch schlachten und legenden aus dem keltischen raum bis zu Themen aus der Gegenwart. Na ja und einen Stier (Dick)schädel braucht man ganz sicher auch um so lange zu bestehen. Grins

Wenn man Euch googelt kann man als erstes lesen, dass ihr Ancient Folk Metal macht. Was versteht man denn darunter?
Das mit den Schubladen ist immer so eine Sache, wie beschreibt man eine Musik, wie erklärt man einem Hörer der eine Band nicht kennt was genau diese für eine Musik macht und worüber sie schreibt. Wir waren lange auf der Suche nach einem passenden Namen für das Genre in dem wir uns bewegen, da waren von melodiösem Metal bis Folk Metal alle Ideen da. Doch nichts wurde dem gerecht wie wir unsere Musik sehen. Letztendlich sieht das auch jeder ein wenig anders. Wir denken das Ancient Folk Metal annähernd das trifft was unsere Musik ausmacht. Metal Musik verspielte Melodien Themen von der Antike bis zur Neuzeit. Das sollte schon passen. Auch unser Label (Limb Music) fand diesen Namen am treffendsten. Wir sind aber auch offen für passende Vorschläge.

Apropos Google. Man muss ja etwas aufpassen unter dem Namen findet man ja auch noch eine Progrock-Band aus Oberhausen die sich aber 1981 aufgelöst hat, wenn ich richtig informiert bin. Kennt ihr die, gab es da schon mal lustige Verwechslungen?
Ja die Band aus Oberhausen kennen wir, aber leider haben die sich schon aufgelöst wie Du richtig bemerkt hast. Wir hatten noch keinen Kontakt zu dieser Band aber ich finde sie haben sehr interessante und gute Musik gemacht. Deshalb falls es mal eine Verwechslung gab hat sie keinem von uns beiden geschadet denke ich. Uns ist nichts bekannt, dass es da mal eine Verwechslung oder ähnliches gab. Aber falls Sie mal eine Reunion planen sind wir gern zu einem gemeinsamen Konzert bereit.

Ihr wurdet 1994 gegründet, hattet 2019 25-jähriges Jubiläum und seid alte Hasen im Geschäft. Trotzdem bis heute vielen auch in der Szene nicht wirklich ein Begriff. Woran liegt das?
Das stimmt uns gibt es schon wirklich lange und wir waren in der Zeit auch sehr fleißig. Etliche CD Produktionen Musikvideos und viele kleine und größere Konzerte in allen möglichen Regionen von Deutschland. Unsere letzten drei CDs wurden bei "Limb Music" aus Hamburg weltweit vertrieben, die ja auch keine Unbekannten auf dem Musikmarkt sind. Und trotzdem scheint unser Bekanntheitsgrad regional sehr unterschiedlich zu sein da gebe ich dir recht.
Dafür mag es einige Gründe geben aber wenn ich die kennen würde hätte ich sie schon geändert. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass wir in keine Schublade so richtig reinpassen. Bei den Metalfans nicht immer hart genug bei dem Folk und Mittelalterfans nicht verspielt und Balladesk genug. Letztendlich wissen wir es nicht wir werden genauso weitermachen und hoffen, dass für jeden etwas dabei ist der diese Art von Musik mag, denn das ist Minotaurus!

Euere Bandgeschichte ist ja ziemlich wechselvoll. Mit Oliver Klump ist gerade noch ein Gründungsmitglied an Bord und es gibt schon sage und schreibe 13 Ex-Musiker/innen. Das ist trotz langer Historie schon viel. Wieso ist das so und wie hat Euch das in Euerer Entwicklung gebremst?
Das ist nicht ganz richtig neben mir, Oliver Klump, ist Rainer Zumkeller noch in der Band, und der kam schon kurz nach unserer Gründung dazu. Ihn könnte man also auch noch durchaus zu den Gründern mit Zählen. Und dass wir etliche Wechsel hatten nun ja ich denke das ist einfach das Leben. Menschen ändern sich Geschmäcker ändern sich die Ziele, familiäre Situationen etc... Und ja natürlich gibt es auch Meinungsverschiedenheiten, Ärger und Probleme das gehört dazu. Wichtig ist doch nur dass man dann eine Band zusammenhalten kann, oder auch neuformieren kann, dass es weitergeht. Denn wir haben noch viel zu Erzählen und möchten euch noch viel zeigen live auf der Bühne als auch in gewaltigen Bildern in Musikvideos. Es ist immer schade, wenn ein Freund oder Musikkollege geht, da er oder sie einfach nicht weitermachen kann oder es nicht mehr gemeinsam funktioniert. Aber es eröffnet auch neue Möglichkeiten und Einflüsse die uns bereichern können.

Seit 2017 habt ihr Euch aber nun scheinbar gefunden und zum 25-Jährigen Jubiläum mit Victims of the Underworld auch Euere letzte CD veröffentlicht und dann kam Corona. Wie erging es Euch denn als Band so in den letzten 2 Jahren?
Ende 2019 konnten wir erfreulicherweise noch das Release Konzert zu unserer CD "Victims of the Underworld" spielen. Danach waren alle von der Band heiß darauf die CD so gut wie möglich live zu promoten. Wir hatten viele Pläne und auch einige Konzerte schon gebucht, doch dann kam uns leider das große "C "dazwischen. Alle Konzerte wurden abgesagt und alle weiteren Pläne auf Eis gelegt. Das warf uns in ein tiefes schwarzes Loch.
Denn jeder von der Band war davon überzeugt, dass dies das beste Album war, dass wir je produziert hatten. Und wir hatten natürlich große Hoffnungen das es uns wieder ein gutes Stück voranbringen könnte. Das schien jetzt alles zu verpuffen. Dann fingen wir allerdings an die Zeit zu nutzen um neue Songs zu schreiben neue Ideen auszuarbeiten und Sachen anzugehen die wir schon lange aufgeschoben hatten. Jetzt werden wir die Gelegenheit nutzen auf allen kommenden Konzerten um euch unser Album "Victims of the underworld" und viele Songs mehr würdig zu präsentieren.
Der Blick nach vorne gerichtet Holla die Waldfee!

Ihr seid was die Instrumentierung betrifft ja auch eher untypisch instrumentiert für ein Mittelalter-Folkmetalprojekt. So verzichtet ihr gänzlich auf Geige zum Beispiel und auch Flöten spielen ja eher eine geringe Rolle. Warum ist das so und gab es schon mal Überlegungen das zu ändern?
Aktuell entspricht das Lineup eher eine klassischen Metalband, zwei Gitarren Schlagzeug, Bass, männlicher und weiblicher Gesang. Aber ihr werdet hören, dass man auch hiermit schöne und fantastische Melodie Gebilde zaubern kann, ohne die von dir angesprochenen Instrumente dabei zu haben. Das war allerdings ja nicht immer so, phasenweise hatten wir ja auch eine Flöte, Harfe (siehe CD Insolubilis) und temporär auch Bratsche dabei. Funktioniert beides prima, aber die Band hat sich bis heute dahin entwickelt, dass wir die Bratsche gerne auch live dazu nehmen, wenn möglich, aber der Rest so völlig ausreichend ist. Des Weiteren nehmen wir für unsere CD-Produktionen gerne Gastmusiker hinzu, wenn wir denken, dass ein ausgefallenes Instrument gut dazu passen könnte. Wir versuchen dann schon immer alle Instrumente live einzuspielen und auf Keyboards zu verzichten.
Aber falls ein engagierter Geiger/in oder Bratschist/in sich berufen fühlt, darf er oder sie sich gerne bei uns mal melden! :-)

Das Benefizfestival im Mai ist ja ein weiterer Versuch das Überleben des Festival-Mediavals zu sichern. Und da nehmen alle Musiker/innen ganz viel auf sich und verzichten u.a. auch auf Gagen. Ausgerechnet auch noch in der schwierigsten Zeit, die es für Musiker/innen bisher wohl gab. Bei einer Band die noch nie in Selb gespielt hat ist dies umso erstaunlicher. Wie kamt ihr auf die Idee Euch zu bewerben und was war Euer Motiv?
Das ist eine gute Frage, normalerweise spielen wir nicht allzu viel Benefizkonzerte.
Wir beobachten das Festival schon längere Zeit und finden das es ist eine tolle Veranstaltung ist. Bei der es sich lohnt, dass sie überlebt, denn da sie vielen auch uns gleichgesinnten Träumern eine sehr schöne Zeit bescheren.
Und eine kleine Flucht aus dem manchmal düsteren Alltag bietet. Deshalb dachten wir es wäre schön, wenn wir da ein klein wenig helfen können. Und vielleicht ist ja auch der ein oder andere dabei der Minotaurus neu für sich entdeckt!

Endlich scheinen ja wieder normale Konzerte möglich zu werden und Selb wird dann für Euch das erste wieder vor hoffentlich ganz viel Publikum sein. Auf was dürfen sich denn die Besucher in Selb freuen?
Es gibt 100% Minotaurus pur, wir werden euch in fremde Welten entführen, gemeinsam Schlachten schlagen, heroische Helden feiern und danach den Met fließen lassen. Minotaurus wird wie gewohnt in Gewandung eine Mischung aus neueren und auch altgedienten Liedern präsentieren. Mit Herz und pochendem Blut, gemeinsam mit euch ein grandioses Fest feiern!!

Nun noch traditionell unsere Jokerfrage. Was gibt es noch was ihr unbedingt loswerden wollt oder was die Besucher unbedingt über Minotaurus wissen sollten?
Wir freuen uns sehr am 14.Mai in Selb dabei sein zu können! Kommet zahlreich und gut gelaunt, denn man lernt sich nur einmal das erste Mal kennen! Und wenn wir euch ein wenig neugierig gemacht haben, dann schaut doch mal auf unserer Homepage vorbei oder hinterlasst einen Kommentar auf eines unserer Musikvideos natürlich mit dem Vermerk wir sehen uns in Selb. Bis dahin Horns up und "Holla die Waldfee"! (unser Schlachtruf)